Den folgenden Artikel gibt es auch als Powerpoint-Präsentation.
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Sowohl zum Ver- als auch zum Entschlüsseln wird ein und derselbe Schlüssel/Key verwandt.

Die große Schwachstelle bei symmetrischen Verschlüsselungsverfahren/Secret-Key-Verfahren ist der Schlüsselaustausch. Denn nicht nur der Geheimtext, sondern auch der Schlüssel muss zum Empfänger gelangen. Der nötige Transport ist unsicher und angreifbar. Davon abgesehen müssen beide Personen den Schlüssel geheim halten; sie werden beide potenzielle Opfer von Angriffen.
Weiterhin benötigt jedes Sender-Empfänger-Paar einen eigenen geheimen Schlüssel, wenn man optimale Sicherheit gewährleisten will. Bei 12 Teilnehmern wären das zwar noch 66 benötigte Schlüssel. Bei 1 000 jedoch schon 499 500 Schlüssel und bei 1 000 000 Teilnehmer praxisferne 49 999 950 000 nötige Keys. Die Schlüsselanzahl wächst folglich quadratisch mit der Teilnehmerzahl.
Um eine solche hohe Schlüsselzahl zu verhindern, könnte man z. B. 100 Teilnehmern den gleichen Schlüssel nutzen lassen. Der Nachteil dabei liegt aber auf der Hand: Höhere Unsicherheit. 2 Teilnehmer können ein Geheimnis/den Key besser bewahren als 100; von den Transport ganz abgesehen.
Die asymmetrische Kryptografie ist noch ein sehr junges Gebiet der Kryptografie. Die Vorarbeiten wurden von Diffie, Hellmann und Merkle zum geheimen Schlüsselaustausch gemacht. 1975 veröffentlichten Diffie und Hellmann ihre Idee zur asymmetrischen Verschlüsselung ohne jedoch ein genaueres Verfahren zu kennen.
| 1977 | RSA |
| 1978 | McEliece |
| 1979 | Rabin |
| 1984 | Chor-Rivest |
| 1985 | Elgamal |
Den Durchbruch gelang erst 2 Jahre später 1977 R. L. Rivest, A. Shamir und L. M. Adleman mit ihrem RSA-Verfahren. RSA ist damit das erste praktisch durchführbare Public-Key-Verfahren und findet heute immer noch Anwendung.
Es zeigt sich also, dass die asymmetrische Kryptografie gerade mal 30 Jahre alt ist, während die symmetrische schon vor 2000 Jahren durch Cäsar genutzt wurde.
Grundsätzlich dient asymmetrische Verschlüsselung der Verschlüsselung, Authentifizierung und Sicherung der Integrität. In der Praxis findet ein Anwendung beim E-Mail-Verkehr (OpenPGP, S/MIME), bei digitalen Signaturen und bei krypografischen Protokollen wie SSH, SSL/TLS und https.
Kleiner Diskurs: http ist das bekannte Hyptertext Transfer Protokoll, welches dem Datenaustausch zwischen Webserver und Browser dient. Dabei werden die Daten unverschlüsselt (im Klartext) versendet. Bei https (Hyptertext Transfer Protokoll Secure) werden die Daten asymmetrisch verschlüsselt, womit die Kommunikation sicher wird - oder zumindest sicherer: Eine 100 %ige Sicherheit gibt es nicht. Warum, sehen wir später.

Anders als beim der symmetrischen Verschlüsselung, steht bei asymmetrischen Verschlüsselungsverfahren der Empfänger am Anfang. Dieser generiert 2 verschiedene Schlüssel:
Der Public Key wird nun dem Sender zugänglich gemacht. Das kann zum einen durch einen ganz einfachen Transport geschehen, aber auch durch sog. Zertifizierungsstellen oder key server, an den die Schlüssel hinterlegt werden und für jeden zugänglich sind.
Der Sender verschlüsselt nun seine Nachricht mit dem Public Key. Einmal verschlüsselt, kann der Sender die Nachricht nicht mehr entschlüsselt, da ihm der Private Key fehlt - muss er i. d. R. ja auch nicht.
Der Geheimtext wird nun dem Empfänger geschickt - wieder über unsichere Kanäle. Aber das ist nicht von Bedeutung: Selbst wenn jemand sowohl den Geheimtext als auch den Public Key abfängt, kann er immer noch nicht die Nachricht entschlüsseln. Dazu ist allein der Private Key des Empfängers im Stande, welcher ja nicht transportiert werden musste.
Schließlich entschlüsselt der Empfänger den Geheimtext in den Klartext mittels des Private Keys.
Einwegfunktionen ist ein wichtiges Element der asymmetrischen Verschlüsselung. Auf ihnen beruht die Sicherheit der Public-Key-Verfahren.
Wie wir wissen, ist der Private Key ungleich Public Key, d. h. man kann aus der Kenntnis des einen (des Public Keys) keine Rückschlüsse auf den anderen (den Private Key) ziehen. Dazu nutzt man Einwegfunktionen. Das sind mathematische Verfahren, die in der einen Richtung einfach, in der anderen Richtung/der Umkehrung jedoch extrem schwierig sind.
Es ist einfach zwei beliebige Primzahlen zu multiplizieren. Hat man nun allerdings nur das Produkt und soll es in seine ursprünglichen Primfaktoren zerlegen, wird man sehr schnell verzweifeln, da es nicht nur viele Möglichkeiten, sondern auch kein effektives Verfahren dafür gibt. Trotz unseres Fortschritts hat die heutige Mathematik noch kein Verfahren oder Algorithmus zur schnellen Faktorisierung entdeckt, was die asymmetrischen Verfahren sicher macht.
In der Praxis verwendet man noch viel größere Zahlen, was das Brechen scheinbar unmöglich macht.
Ein großer Vorteil von Public-Key-Verfahren ist die hohe Sicherheit:

Ein letzter Vorteil ist die Tatsache, dass die Schlüsselzahl nur linear zur Teilnehmerzahl wächst. Ergo werden viel weniger Schlüssel benötigt als bei der symmetrischen Verschlüsselung.
Aber auch asymmetrische Verfahren haben ihre Nachteile:
Bei hybriden Verschlüsselungsverfahren handelt es sich um eine Kombination aus symmetrischer und asymmetrischer Verschlüsselung. Dabei werden die reinen Nutzdateien symmetrisch verschlüsselt. Der dazu nötige Schlüssel, der Session Key, wird anschließend asymmetrisch verschlüsselt und verschickt. Dabei werden die Vorteile beider Verfahren genutzt: Zum einen die hohe Geschwindigkeit von symmetrischen Verfahren, zum anderen die hohe Sicherheit asymmetrischer Verfahren.
Hybride Verfahren werden heute bevorzugt eingesetzt.
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