Bei der Hausmaus und der Erdkröte wurden unter Laborbedingungen bei wechselnden Umgebungstemperaturen folgende Herzfrequenzen gemessen:
Die Herzfrequenz der Maus ist bei 5°C am höchsten, da hier der Körper Wärme produzieren muss, um nicht zu erfrieren. Der Kreislauf arbeitet schneller und Temperaturregulierungsprozesse setzen ein (Muskelzittern etc.). Nähert sich aber die Umgebungstemperatur der Körpertemperatur (~ 36°C) an, so sind diese Regulationsprozesse nicht mehr von Nöten und das Herz schlägt langsamer. In der Zusammenschau bleibt die Herzfrequenz jedoch in einem konstanten Bereich von 600 - 650 Herzschläge pro Minute.
Bei der Kröte steigt die Herzfrequenz mit der Umgebungstemperatur exponentiell. Der Grund dafür ist, dass - wie bei wechselwarmen Tieren üblich - die Außentemperatur die physiologischen Abläufe maßgeblich bestimmt. Es besteht eine Abhängigkeit, da keine eigenen Regulationsprozesse vorhanden sind.
Dabei läuft der Zusammenhang Herzschlag-Temperatur nach der RGT-Regel ab: je kälter, umso träger; je wärmer umso agiler. Dabei gilt: steigt die Temperatur um 10 °C, so wird das Tier zwei- bis dreimal agiler. Daher entsteht eine Kurve und keine Gerade.
Die Maus besitzt nicht nur Aufwärm- sondern auch Abkühlungsprozesse, was bei der Kröte nicht der Fall ist: Dort steigt der Herzschlag immer weiter - selbst bei ungesunden 40 °C.
Die gleichwarme Hausmaus ist vom Umweltfaktor Temperatur unabhängiger als die wechselwarme Erdkröte.

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Wechselwarm sind alle Tiere, die keine konstante und regulierte Körpertemperatur aufweisen, sondern eine, die sich mit der Umgebungstemperatur ändert und dieser nahezu entspricht. Steigt die Umgebungstemperatur so steigt die Körpertemperatur und damit auch die Bluttemperatur und physiologischen Aktivitäten des Körpers: Das Tier wird agiler. Sinkt die Temperatur, wird das Tier zusehens träger. Dabei gilt die RGT-Regel (Reaktionsgeschwindigkeits-Temperatur-Regel): Innerhalb eines Toleranzbereiches beobachtet man, dass bei einer Temperatursteigerung um 10 °C sich die Lebensprozesse um das zwei- bis dreifache beschleunigen. Schlägt die Temperatur ins Extreme aus, d. h. wird der Temperatur-Toleranzbereich zu einer Seite überschritten, so kann das zum Kältetod bzw. Hitzetod führen.
Im Winter verfallen die wechselwarmen Tiere in die reversible Kältestarre. Das passiert wenn die Körpertemperatur unter einen kritischen Wert fällt. Das Tier sucht dann zum überwintern einen möglichst frostsicheren Ort (Schlamm, Erde) auf. Steigt die Temperatur, erwachen sie wieder.
Temperaturregulierung ist nur durch Verhalten möglich, da spezielle physiologische Mechanismen dazu fehlen:
Es zeigt sich, dass wechselwarme Tiere stark von Klima ihres Ökosystems abhängig sind. Besonders optimal sind die Bedingungen in den Tropen, da dort ganzjährig ähnliche Verhältnisse sind, was sich in dem hohen Vorkommen und Vielfalt der Insekten und Reptilien und dem großen Wuchs der Tiere dort (Krokodile, Riesenkäfer, Riesenschlangen) äußert. In gemäßigten Breiten hingegen sind poikolotherme Tiere den großen tags- und jährlichen Schwankungen unterworfen und damit in ihrem aktiven Leben limitiert. In Polargebieten kommen sie hingegen gar nicht vor.
| Vorteile | Nachteile |
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Auf der anderen Seite können alle gleichwarme Tiere ihre Körpertemperatur selbst regulieren, was sie in ihren Aktivitäten weitgehend unabhängig von der Umgebungstemperatur macht. Ihre Körpertemperatur wird durch Temperaturregulierungsprozesse und -vorkehrungen (besonders Stoffwechselprozesse) konstant zwischen 36 °C und 41 °C gehalten.
Mechanismen zur Regulierung des Temperatur sind beispielsweise:
Dies führt allerdings zu einem hohen Energie- und damit Nahrungsbedarf. Daher ist ein ausreichendes Nahrungsvorkommen Voraussetzung für die Aktivitäten des Tieres besonders in den kalten Jahreszeiten.
Da aber gerade im Winter weniger Nahrung zu finden ist, sind sie gezwungen, in wärmere Gebiete zu fliegen (Vögel) oder in den Winterschlaf bzw. die Winterruhe zu verfallen. Beim Winterschlaf fällt die Körpertemperatur auf 5 °C und die Lebensfunktionen (Herzschlag, Atmung, Blutkreislauf, Blutzuckergehalt) fahren sich auf ein Minimum herunter. Es wird Energie gespart. Fällt die Körpertemperatur auf einen kritischen Wert (ca. 0 °C), so wird der Stoffwechsel kurz aktiviert und die Körpertemperatur steigt kurzfristig auf den Normalwert an. Winterschläfer sind beispielsweise Murmeltiere, Hamster, Fledermäuse und Igel.
Auf der anderen Seite bleibt die Körpertemperatur bei der Winterruhe konstant, lediglich die Lebensfunktionen stehen bei diesem besonders langen und tiefen Schlaf auf Sparflamme. Die Winterruher wachen in bestimmten Abständen wieder auf, um von ihren Vorräte zu zerren. Beispiele für Winterruhe haltende Tiere sind der Bär und der Dachs.
Beim Winterschlaf sinkt der Energieumsatz auf ca. 10% des normalen Grundumsatzes. Somit wird enorm viel Energie gespart und das Tier kommt mit seinen vorher angefressenen Fettdepot über den Winter.
| Winterschläfer | Herzschläge pro Minute |
Atemzüge pro Minute |
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|---|---|---|---|---|
| wach | schlafend | wach | schlafend | |
| Murmeltier | 80 | 5 | 30 | 0,2 |
| Igel | bis 320 | bis 21 | bis 50 | bis 1 |
| Ziesel | bis 378 | bis 5 | bis 200 | bis 4 |

Erwachen aus dem Winterschlaf (Beispiel Hamster (Körpertemperatur und O2-Verbrauch)) (nach [2])
Doch wie merkt ein Tier, dass es Zeit für den Winterschlaf wird? Es orientiert sich an der jahreszeitlich bedingten Abnahme der Tageslänge. Daraus resultiert eine hormonelle Umstellung und die Tiere fressen sich durch erhöhte Nahrungsaufnahme eine Fettreserve an. Der Eintritt des konkreten Winterschlafes ist durch die Tageslänge und eine artspezifische kritische Außentemperatur bedingt. Das Erwachen aus selbigen gehen ebenso innere und äußere Faktoren voraus. Es beginnt mit erhöhter Atmung und intensiver Wärmeproduktion. Erreicht die Körpertemperatur den Normalwert setzt die Bewegungsaktivität ein. Das Tier ist erwacht.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
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nach [1]
| wechselwarme/poikilotherme Tiere | gleichwarme/homoiotherme Tiere | |
|---|---|---|
| Merkmale | geringe Wärmeproduktion durch eigenen Stoffwechsel; Körpertemperatur ändert sich mit Außentemperatur (RGT-Regel) |
konstante Körpertemperatur unabhängig von Außentemperatur; benötigen großes Nahrungsangebot für Wärmeproduktion |
| Temperaturregulation | in geringen Maßen möglich durch Verhalten | sehr gut möglich durch Temperaturregulierungsmechanismen |
| begrenzender Umweltfaktor | Temperatur | Nahrungsangebot |
| Verhalten im Winter | Kältestarre | immer aktiv, jedoch manche: Winterschlaf oder Winterruhe |
| Beispiele | Amphibien, Fische, Kriechtiere, Insekten | Säugetiere, Vögel |
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